myluzi

mein Leben mit Luzi

gestern war ein langer und sehr sehr anstrengender Tag

Nachdem ich die Nächte davor kaum geschlafen habe, bin ich gestern um 7.00 Uhr aufgestanden.
Obwohl ich frühstücken mußte, fiel es mir schwerer als jemals zuvor, darum bekam ich grad mal ein halbes Brötchen runter.
Mit der Angst im Nacken, vor dem was mich erwarten würde, wurde ich von meiner Schwester ins Krankenhaus gefahren. Mein Termin war um 8.30 Uhr.
Dort angekommen mußten wir natürlich auch erst mal warten. Man hat mir angesehen, daß es mir nicht so gut ging, denn ich war total blaß.
Hab den Schwestern dort erst mal erklärt, daß es mir schon schlecht ist und ich total nervös bin.
Wurde dann anschliessend auf die Station begleitet, wo schon zwei nette ältere Damen lagen.
Dort mußte ich dann bis 9.50 Uhr warten, bis mir die Nadel in den Port gesetzt wurde. Zum Glück war dies der einzige Schmerz, den ich gestern hatte, auch wenn die Ärztin meinte, er wäre schon sehr sehr gut verheilt in der kurzen Zeit.
Ich bekam dann erst nochmal was gegen Übelkeit und Erbrechen und dann ging es los mit der ersten Infusion.
Nach dieser erfolgte dann eine weitere, mit einem Mix aus zwei verschiedenen Mitteln gegen Übelkeit und Erbrechen.
Im Anschluß kam dann die Ärztin und verabreichte mir das erste Chemomittel, Epirubicin. Es war rubinrot (die Farbe erkannte ich später auf der Toilette wieder).
Ich habe es sehr gut vertragen, hatte keine allergische Reaktion und ich war überglücklich, daß mein Port einwandfrei funktionierte.
Danach folgten noch die anderen beiden Chemomittel Cyclophosphamid (in Verbindung mit Mesna als Schutz für die Blase) und Fluorouracil. Daraus ergibt sich auch die Abkürzung FEC-Chemo. Beide Mittel wurden mir nacheinander im 30 Minutentakt verabreicht.
Zum Schluß wurde dann noch mal richtig durchgespült.
Vielleicht hätte ich öfter auf die Toilette sollen, bei der ganzen Flüssigkeit oder mehr nebenher trinken sollen.
Denn als ich alles hinter mir hatte und vom Bett aufstehen wollte, merkte ich erst die ganze Wassereinlagerung, meine Knie spannten, so daß ich sie kaum anziehen konnte.
Meine Finger waren geschwollen, im Grunde genommen mein ganzer Körper.
Heute ist es zum Glück schon wieder besser, auch wenn meine Knie noch ein wenig spannen und es ein wirklich blödes Gefühl ist.
Bevor ich nach Hause durfte, mußte mich der Oberarzt sehen. Da es mir jedoch in dem Augenblick noch sehr gut ging (bis auf diese Müdigkeit, doch ich war noch zu überdreht) durfte ich auch gleich nach Hause.
Zuhause angekommen rief ich erst mal meine Mum an, um ihr zu erzählen, daß ich es hinter mir habe.
Nach ca einer halben Stunde mußte ich mich dann doch hinlegen, da es mir total schwindlig war. Ich kann nicht wirklich behaupten, daß es mir schlecht war, eher schwindlig.
Natürlich stellte ich mir vorsichtshalber einen kleinen Eimer auf den Boden, nur für den Fall, daß es mir nicht mehr reicht.
Die ganzen eingehenden Telefonanrufe hat dann meine Schwester für mich übernommen, denn ich war einfach nicht in der Lage, mich großartig zu unterhalten.
An Lesen oder Schreiben war auch nicht zu denken, da mir dabei sofort schwarz vor Augen wurde.
Meine Augen waren so schwer und ich mußte sie immer wieder schließen, doch ich konnte nicht schlafen.
Beim kleinsten Geräusch lag ich wie eine Eule mit offenen Augen wieder da. Irgendwann in der Nacht konnte ich dann doch noch einschlafen, wenigstens für ein paar Stunden am Stück.

Nachdem ich heute Morgen aufgestanden bin, hab ich mir erst mal nen Tee (!!!) gemacht und meine Tabletten zu mir genommen.
Ich hoffe, ich überstehe denn heutigen Tag dank der Tabletten ohne Übelkeit und Erbrechen. Bis jetzt geht es mir jedenfalls gut und darüber bin ich sehr dankbar.
Auch möchte ich mich bei euch Allen für eure liebe Unterstützung und trostspendenden Worte bedanken.
Dank auch an alle, die mich gestern angesimst und angerufen haben, auch wenn ich nicht persönlich mit euch reden konnte.

Eure Conny

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2 Antworten zu “gestern war ein langer und sehr sehr anstrengender Tag

  1. Alice November 21, 2010 um 03:11

    Hallo Conny,
    seit ich im DC deinen Style gebastelt habe und zum ersten mal auf deiner seite war, bin ich hier täglich um zu lesen wie es dir geht.

    Ich finde es bemerkenswert, und nehm meinen Hut vor dir ab, mit wieviel COURAGE du an Dein Leben ran gehst und vielen auch damit MUT machst gegen Luzi den Kampf an zu sagen…
    Ich bin beeindruckt von deiner Stärke. Hoffe und wünsche dir das du dies lange behälst…
    Du wirst es schaffen… Ich glaub an Dich…

    Ich hoffe Dir geht es heut was das schwindel angeht, besser.

    lg Alice
    Ich werde weiterhin täglich Deinen Blog verfolgen…

    • myluzi November 21, 2010 um 08:31

      Liebe Alice,
      vielen lieben Dank für deinen Eintrag.
      Es freut mich von ganzem Herzen zu lesen, daß mein Blog auch anderen Mut machen kann, denn das ist ein weiteres Ziel in meinem Leben, zusätzlich zu dem, den Kampf gegen Luzi zu gewinnen.
      Und ich denke, daß wenn ich auch die Infoseiten fertig gestellt habe, es ein umfangreicher Blog wird, wo man alles auf einen Blick finden kann.
      Ich danke dir fürs Mitlesen.

      Ganz liebe Grüße
      Conny

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