myluzi

mein Leben mit Luzi

Mitternachtsschwitzen

Was war das für eine Woche?

Mein Zustand verschlechterte sich von Tag zu Tag und ich konnte nichts dagegen tun.
Am Freitag konnte ich somit noch nicht einmal allein ins Krankenhaus zur Blutabnahme fahren, folglich fuhr mich mein lieber Schatz hin.
Da mir das Cortison so heftige Nebenwirkungen verursacht, hab ich die Dosis nun vorläufig halbiert….leider gehts mir noch nicht wirklich besser.
Die Wassereinlagerung hat mir auch wieder einen tollen Cortisonbauch beschert und obendrein noch 4 Kilo zugenommen.
Ich muss hoffentlich nicht erwähnen, dass mir dieses zusätzliche Gewicht die Atmung noch mehr beeinträchtigt, darum nehm ich auch die Entwässerungstabletten ein, auch während der Chemo.
Am Freitag Nachmittag fing es an, mir noch schlechter zu gehen.
Erst brannte mein linker grosser Zeh.
Ich hab dann ein kaltes Fussbad genommen, doch es brachte keine Besserung.
Der Schmerz zog sich dann auf den Füßrücken und nach und nach über das ganze Bein, bis zur Leiste, so dass ich nicht mal mehr gehen konnte.
Da sich die Schmerzen bis Samstag verschlimmersten, sind wir auf zur Notaufnahme.
Mein komplettes Bein tat weh und ich konnte nicht mehr auftreten.
Was war das nun wieder?
Thrombose?
Die Ärztin im Krankenhaus war ziemlich besorgt, da mein Zeh mittlerweile blau und kalt war.
Sie schickte mich in die Gefässchirurgie, um checken zu lassen, ob es eine Thrombose ist oder ob ein arterieller Gefässverschluss vorliegt.
Auf dem Weg zur Gefässchirurgie wurde ich immer schwächer.
Vorsorglich rufte ich meine Mum und meine Schwester an, um sie über meinen Zustand zu informieren.
Als wir endlich in der Klinik ankamen, besorgten wir uns erst mal einen Rollstuhl.
Da sass ich nun….im Rollstuhl.
Während wir auf den Arzt warteten, gingen langsam die Nerven mit mir durch – das hatte ich schon lange nicht mehr.
Da sitzt man dann mit 40 Jahren in einem Rollstuhl und kann seine Tränen nicht mehr zurückhalten, wie ein kleines Kind.
Meine Tränen liefen einfach.
Seit der Diagnose Metastasen sind mir nur einmal die Tränen gekommen und das war nach dem Anruf meiner Hausärztin, als sie mich informierte, dass ich Lungenmetastasen habe.
Ich weiss nicht, ob ihr mir es nachempfinden könnt, doch ich hatte das Gefühl „das war es jetzt…ich komme nicht mehr nach Hause….dabei hab ich doch noch so viel vor….will Zeit mit meinem Schatz verbringen…hab noch so viel Unerledigtes….
Ich habe einfach Angst, dass ich nicht mehr zu Kräften komme und mein jetziger Zustand ist wirklich mies.
Der Doc war wirklich super und hat sich lange Zeit für die Untersuchung genommen.
Erst prüfte er, ob die Arterie im Bein frei ist und zum Glück war sie das auch.
Ich habe jedenfalls keine Thrombose, noch einen arteriellen Gefässverschluss.
Es sieht wohl eher so aus, als sei es eine Neuropathie, bedingt durch die ganzen Medikamente und die Chemo.
Prophilaktisch soll ich mich jedoch die Woche 2x täglich spritzen, mit Clexane (Thrombosespritze) und ich hab dann nochmal Schmerzmittel verschrieben bekommen, die auch helfen.
Hab dann gleich am Abend damit angefangen, werde es jedoch auf 1x täglich reduzieren, da die Einstichlöcher nachbluten….
Zumindest kann ich wieder auftreten und der Schmerz befindet sich nur noch in der Fusssohle und am Zeh, es ist somit auszuhalten.

Im Augenblick bin ich einfach nur am Sack.
Seit ein paar Wochen nur noch Schmerzen, kaum Schlaf und dann kommen zusätzlich dazu noch die ganzen Hitzewallungen.
Wobei man das nicht mehr als Hitzewallung bezeichnen kann, da ich nur noch schwitze.
Es läuft einfach, als hätten wir 50° und eine Luftfeuchtigkeit von 80%.
Erst war es nur nachts, mittlerweile zieht sich das auch über den ganzen Tag.
An Schlafen ist somit kaum zu denken, ausser die paar Stunden morgens.
Das ist wirklich eklig und ich weiss nicht, was ich dagegen unternehmen kann.
Ich fühle mich so abartig ausgelaugt und so schwach, dabei ging es mir vor dem Cortison noch so gut.
Die Dermatitis sieht mittlerweile etwas besser und heller aus, sowie es noch besser wird, werd ich das Cortison auf jeden Fall beenden.

Wieso kann mir nicht einfach nur mal ein Pups querliegen???

Das wars für heute meine Lieben und ich wünsche euch einen wunderschönen Tag.

Eure Conny turtle

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Eine Antwort zu “Mitternachtsschwitzen

  1. sue Juli 14, 2014 um 20:36

    Ach mensch, was für ein Scheiß. Das mit der Schwitzerei kenne ich leider auch und da gibt es nicht wirklich viel was hilft. Durch fehlendes Östrogen und dann noch als Nebenwirkung, ist das Wort Hitzewallung, masslos untertrieben. Ich sehe nach so einer Wasserattacke aus, als käme ich aus der Dusche und das auch bei minus 20 Grad.
    Gegen die Neuropathie kann man mit hoch dosiertem Vit B mal probieren anzugehen. Der Sinn ist aber ein wenig umstritten. Ich finde, versuchen kann man es.
    Ansonsten bleibt wohl nur Xeloda etwas runterdosieren.
    Das mit dem schlecht schlafen kenne ich seit über 20 Jahren. In der schlimmsten Zeit gab es nur Kurzschlaf von wenigen Minuten….
    Rest kommt per Mail 😉
    Es kommen auch wieder bessere Zeiten, bestimmt.

    lg sue

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